089 189 65 99 30 info@lipoedem-zentrum-muenchen.de Instagram

Ihr Lipödem ist nach der OP schlimmer geworden? Was Sie jetzt tun können

Laut einer Studie sind 78,1 Prozent der operierten Lipödem-Patientinnen sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Fettabsaugung. Das bedeutet aber auch: 21,9 Prozent sind es nicht. Wir erklären, warum ein Lipödem nach der OP schlimmer aussehen kann, ob sich die Beschwerden von selbst bessern können und wann ein erneuter Eingriff Sinn macht.

Lipödem wird in den ersten Monaten nach der OP schlimmer?

Natürlich wünscht sich jede Betroffene, dass nach der OP schnell die erhofften Resultate eintreten. Aber leider dauert es manchmal ein wenig, bis die Nebenwirkungen abklingen und das Endergebnis erreicht ist. Wenn das Lipödem also in der ersten Zeit nach der OP schlimmer erscheint, könnte es daran liegen, dass die Heilungsphase noch nicht vorbei ist.

Wann ist mit einer Besserung zu rechnen?

BeschwerdeVerlauf
SchwellungIn der zweiten bis vierten Woche nach der OP sollte die Schwellung allmählich zurückgehen. Nach zwei bis sechs Monaten sind die meisten Schwellungen abgeklungen und das Gewebe passt sich zunehmend der neuen Körperkontur an. Vereinzelt können Restschwellungen länger bestehen bleiben. Sie treten vor allem abends auf.
SchmerzenDie Schmerzen gehen in der Regel innerhalb von zwei Wochen deutlich zurück. Bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit können jedoch mehrere Wochen vergehen. Nach zwei bis vier Wochen sollte die Arbeitsunfähigkeit vorbei sein.
Hämatome und PigmentierungBlutergüsse bilden sich normalerweise innerhalb von zehn bis 14 Tagen zurück. Pigmentveränderungen der Haut können jedoch Wochen bis Monate anhalten oder dauerhaft bestehen bleiben.
FettüberschussNach rund zwei Wochen werden die neuen Konturen langsam sichtbar. Nach rund drei Monaten sind rund 70 Prozent des Endergebnisses sichtbar. Das finale Ergebnis ist meist erst nach sechs bis zwölf Monaten erreicht.

Wann sofort zum Arzt?

Laut einer Studie treten bei 10,6 Prozent der Patientinnen Komplikationen auf. Die meisten sind zwar harmlos, aber bei Fieber, zunehmender Rötung oder Überwärmung der Haut sowie Wundsekret sollten Sie schnell Ihren Arzt kontaktieren. Das gilt auch bei zunehmenden Schmerzen, starken Kreislaufbeschwerden oder einer plötzlich auftretenden einseitigen Beinschwellung mit Schmerzen. Bei Atemnot oder Brustschmerzen besteht der Verdacht auf einen medizinischen Notfall. Setzen Sie in diesem Fall sofort einen Notruf über die 112 ab. Ernste Komplikationen wie Lungenembolien oder Infektionen sind selten, ein Verdacht sollte aber abgeklärt werden.


Optisch unzufrieden mit dem Endergebnis? Schlechte Erfahrungen mit einer Liposuktion?

Nicht alle Patientinnen sind nach einer Liposuktion mit dem ästhetischen Ergebnis zufrieden.

Mögliche Gründe für schlechte Erfahrungen mit einer Liposuktion bei einem Lipödem sind:

  • Dellen: Die Fettgewebsreduktion kann zu Unebenheiten führen, die das Hautbild beeinträchtigen.
  • Asymmetrien: Unterschiede zwischen den Körperseiten oder verbliebene Fettdepots können das Ergebnis beeinflussen.
  • Unharmonische Übergänge: Beispielsweise können die Übergänge zwischen Hüfte und Oberschenkel oder zwischen Leiste und Innenschenkel als ungleichmäßig empfunden werden.
  • Hautüberschuss: Wird viel Volumen entfernt, kann überschüssige Haut zurückbleiben, insbesondere bei eingeschränkter Hautelastizität.
  • Unbehandelte Körperregionen: Nicht behandelte Bereiche wie Hüften, Flanken oder Gesäß können nach der Volumenreduktion stärker auffallen und das Gesamtbild beeinflussen.

Wie zufrieden die Patientinnen mit dem Ergebnis sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören der Ausgangsbefund, das Stadium des Lipödems, die Hautqualität, die behandelten Körperregionen und die Anzahl der Eingriffe. Auch der Zeitpunkt der Beurteilung spielt eine wichtige Rolle, da Schwellungen und Gewebeveränderungen das Ergebnis über Monate beeinflussen können.

Wichtig ist außerdem die medizinische Einordnung: Ein unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis ist nicht automatisch eine Komplikation oder ein Behandlungsfehler. Umgekehrt sollten anhaltende Beschwerden oder auffällige Veränderungen nicht allein als kosmetisches Problem betrachtet werden.

Was nun?

Bei anhaltender Unzufriedenheit empfiehlt sich eine fachärztliche Untersuchung. Dabei lässt sich beurteilen, ob noch Schwellungen nach der OP bestehen, verbliebenes Fettgewebe oder Hautüberschuss vorliegen oder Konturunregelmäßigkeiten andere Ursachen haben. Auf dieser Grundlage können wir besprechen, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind. Manchmal ist eine Hautstraffung zu empfehlen, um überschüssiges Gewebe zu entfernen.

Erfahrungen unserer Lipödem Patientinnen

FAQ

Warum habe ich nach meiner Lipödem-OP zugenommen?

Häufig spielt Flüssigkeit eine Rolle: Nach der Operation kann das Gewebe vorübergehend Wasser einlagern. Weniger Bewegung in der Heilungsphase kann die Zunahme außerdem begünstigen. Das verbliebene Fettgewebe kann bei Gewichtszunahme wachsen. Die Liposuktion ersetzt keine Gewichtsabnahme, deshalb besprechen wir mit Ihnen auch Ernährung und Bewegung.

Was verschlimmert ein Lipödem?

Eine Gewichtszunahme kann das Lipödem verschlimmern. Auch hormonelle Umstellungen können die Beschwerden verstärken, etwa in der Pubertät, nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren. Eventuell können sich auch Stress und psychische Belastung negativ auswirken. Wir empfehlen daher ein stabiles Gewicht, regelmäßige Bewegung und eine konsequente, individuell abgestimmte Behandlung.

Wann ist die stärkste Schwellung nach einer Liposuktion?

Die Schwellung ist meist in den ersten Tagen bis zur zweiten Woche nach der Lipödem-OP am stärksten. Danach geht sie zurück. Das endgültige Ergebnis lässt sich erst nach sechs bis zwölf Monaten beurteilen. Kompression, Lymphdrainage und leichte Bewegung unterstützen den Abschwellprozess. Nimmt die Schwellung später wieder zu, sollten Sie uns kontaktieren.

Welche Nachteile hat eine Liposuktion bei einem Lipödem?

Zu den Nachteilen zählen Schwellungen und Blutergüsse in den ersten Wochen. Kompressionskleidung muss mehrere Wochen getragen werden. Mögliche Risiken sind Dellen, Gefühlsstörungen und Infektionen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur bei bestimmten Voraussetzungen. Zudem bleibt das Lipödem chronisch, deshalb ist oft weiterhin eine konservative Therapie nötig.

Welche Erfahrungen haben Menschen mit einer Liposuktion bei einem Lipödem gemacht?

Viele Betroffene berichten nach der Liposuktion von weniger Schmerzen, weniger Spannungsgefühl und mehr Beweglichkeit. Oft verbessert sich die Lebensqualität spürbar. Der Heilungsverlauf ist allerdings individuell. Manche Frauen benötigen weiterhin Kompression oder Lymphdrainage. Das Ergebnis zeigt sich erst nach sechs bis zwölf Monaten.

Welche möglichen Spätfolgen gibt es nach einer Fettabsaugung?

Mögliche Spätfolgen sind bleibende Dellen, Hautüberschuss, Narben und anhaltende Gefühlsstörungen. Auch Verhärtungen im Gewebe sind möglich. Eine schonende Technik und konsequente Kompression können das Risiko teilweise senken. Das Lipödem ist nicht heilbar, daher bleibt die Nachsorge langfristig wichtig, besonders ein stabiles Gewicht. Wir besprechen diese Risiken vorab mit Ihnen.

Welche Erfahrungen haben Menschen mit einem Lipödem ohne Operation gemacht?

Viele Betroffene berichten, dass die konservative Therapie ihre Schmerzen lindert. Dazu zählen Kompression, Lymphdrainage, Bewegung und eine angepasste Ernährung. Kompression allein verringert das Fettgewebe aber nicht. Die Behandlung erfordert Konsequenz und begleitet viele Betroffene dauerhaft. Manchmal reicht sie nicht aus, um die Beschwerden zu lindern.

Ist es normal, dass das Lipödem nach der OP schlimmer wirkt?

Ja, vorübergehend ist das normal. In den ersten Wochen sind Schwellungen, Blutergüsse, Druckschmerz und Missempfindungen Teil der Heilung. Die behandelten Bereiche wirken dadurch dicker und empfindlicher. Das Ergebnis zeigt sich erst nach Monaten. Bei zunehmender Schwellung, starken Schmerzen, Fieber oder Rötung sollten Sie uns umgehend kontaktieren.

Kann das Lipödem nach einer Liposuktion zurückkommen?

Entfernte Fettzellen bilden sich nach heutigem Wissen nicht neu. Verbliebene Zellen können jedoch wachsen, besonders bei Gewichtszunahme. Das Lipödem ist nicht heilbar. Ein Wiederauftreten der Beschwerden lässt sich daher nicht sicher ausschließen. Ein stabiles Gewicht, Bewegung und konsequente Nachsorge verringern das Risiko, dass Beschwerden zurückkehren.

Bilden sich Dellen nach einer Fettabsaugung von selbst zurück?

Leichte Unebenheiten durch Schwellungen bilden sich oft mit der Zeit zurück. Das Ergebnis lässt sich erst nach sechs bis zwölf Monaten beurteilen. Kompression und Lymphdrainage unterstützen die Heilung. Bleiben Dellen bestehen, ist eine Korrektur möglich. Das besprechen wir gern mit Ihnen persönlich nach einer gründlichen Untersuchung.

Wie gefährlich ist eine Lipödem-OP?

Bei erfahrenen Fachärzten ist die Liposuktion häufig ein risikoarmer Eingriff. Ernste Komplikationen sind selten. Möglich sind Blutergüsse, Infektionen, Thrombosen, Taubheitsgefühle, Serome oder Dellen. Wir achten auf eine schonende Technik, begrenzte Absaugmengen pro Sitzung und eine sorgfältige Nachsorge. Vorab klären wir Ihre individuellen Risiken in einem ausführlichen Gespräch.

Prof. Dr. med. Kovacs
Medizinisch geprüft
Prof. Dr. med. Kovacs · Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie
Ärzteprofil ansehen