RatgeberLipödem Arme

Habe ich ein Lipödem an den Armen? Symptome erkennen und behandeln

Sie haben in letzter Zeit an den Armen zugenommen und fragen sich, ob ein Lipödem oder Übergewicht dahintersteckt? Fettverteilungsstörungen sind häufiger, als Sie vielleicht denken: Forscher gehen davon aus, dass jede zehnte Deutsche betroffen ist. Wir erklären Ihnen, woran Sie ein Lipödem an Ober- und Unterarmen erkennen und was dagegen hilft.

Lipödem Arme

Inhalt:

Lipödem an den Armen: Das Wichtigste in Kürze

Das Lipödem an den Armen zeichnet sich meist durch beidseitige Verdickungen, Schwellungen, Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen aus.

Wenn das Lipödem an den Armen auftritt, sind meistens auch die Beine betroffen. Andere Körperstellen wie etwa Gesicht oder Hände zeigen keine Symptome.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Flachstrickversorgungen, Lymphdrainagen und Fettabsaugungen. Mit Sport und einer gesunden Ernährung können Sie zusätzliches Übergewicht vermeiden.

Wie erkenne ich ein Lipödem an den Armen?

Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie unter einer krankhaften Fettverteilungsstörung leiden. Die wichtigsten Symptome eines Lipödems an den Armen sind eine symmetrische Fettverteilung auf beiden Seiten, Schwellungen, Schmerzen und blaue Flecke. Sport und Diäten helfen meist nicht, das Fettgewebe zu reduzieren.

Diese Symptome treten zwar häufig an Unter- und Oberarmen  auf, sind aber nicht bei allen Lipödem-Patientinnen gleich stark ausgeprägt. Deshalb macht es Sinn, einen Blick auf die Details zu werfen.

Wir haben einen kleinen Fragebogen für Sie erstellt, damit Sie eine erste Einschätzung Ihrer Symptome vornehmen können.

Ein Lipödem tritt immer an beiden Armen gleichzeitig auf. Auffällig ist, dass sich bei größerer Volumenzunahme ein sogenannter Muff an den Handgelenken bildet. Darunter ist ein Fettüberschuss zu verstehen, der sich leicht über die Gelenke wölbt. Die Finger bleiben von der Fettgewebszunahme unberührt.

Rund 66 Prozent der Lipödem-Patientinnen weisen nur an den Beinen vermehrtes Fettgewebe auf. Bei rund 31 Prozent sind sowohl die Arme als auch die Beine betroffen. Nur drei Prozent bemerken lediglich an den Armen lipödembedingte Fettgewebszunahmen. Das bedeutet für Sie: Sind auch Ihre Beine und die Hüften von Verdickungen, Schmerzen und Schwellungen betroffen, erhärtet sich der Verdacht einer Lipödem-Erkrankung. An anderen Regionen wie etwa dem Gesicht, der Brust oder den Füßen haben Lipödem-Patientinnen meist kein vermehrtes Fettgewebe. Ausnahmen sind Patientinnen mit gleichzeitiger Adipositas.

Dicke Oberarme sind nicht das einzige Problem einer Lipödem-Patientin. Rund 80 Prozent der Betroffenen haben mäßige bis starke Schmerzen. Sie entstehen etwa bei starker Hitze oder bei leichtem Druck, zum Beispiel wenn Sie jemanden fest umarmen oder sich am Tisch anstoßen. Die Schmerzen können so stark werden, dass selbst einfache Tätigkeiten wie Wäsche-Aufhängen nicht mehr möglich sind. Es gibt allerdings auch Lipödem-Patientinnen, die überhaupt keine Schmerzen in den Armen haben.

Selbst kleine Stöße, die die Betroffenen kaum bemerken, können zu blauen Flecken auf der Haut führen. Sie heilen oft nur langsam.

Die Vermehrung des Fettgewebes, die Schwellungen und Schmerzen lassen nicht nach, sondern verstärken sich häufig mit der Zeit. Selbst Patientinnen, die sehr auf ihre Ernährung achten und regelmäßig Sport treiben, bekommen die Beschwerden in der Regel nicht in den Griff. Wenn es Ihnen auch so geht, sei Ihnen versichert: Die Gewichtszunahme liegt nicht an Ihnen! Bei einem Lipödem handelt es sich um eine chronisch-fortschreitende Erkrankung, für die Sie nichts können

Lipödem-Patientinnen gaben bei einer Befragung an, dass ihre Erkrankung eine große psychische Belastung für sie darstellt. Auf einer Skala von 0 bis 10 siedelten die meisten ihren Leidensdruck bei 9 bis 10 an. Es sind nicht nur die körperlichen Symptome, sondern auch abschätzige Bemerkungen von Mitmenschen, die zur Belastung werden. Dazu kommt die Hilflosigkeit, die sich einstellt, wenn es einfach nicht besser wird.

Fazit: Wenn sich Ihr Verdacht erhärtet hat, dass Sie an einem Lipödem leiden, lohnt sich der Besuch eines spezialisierten Arztes. Denn eine sichere Diagnose kann nur ein Facharzt stellen. Gerne sind wir für Sie da, wenn Sie Gewissheit haben möchten. Sie erreichen uns unter 089/999 499 99 oder unter info@lipoedem-zentrum-muenchen.de.

In welchem Stadium befinde ich mich?

Meist beginnt die Gewichtszunahme an der Hüfte und dehnt sich dann über Ober- und Unterschenkel und schließlich die Arme aus. Selten sind nur die Arme betroffen.

Die Stadien unterscheiden sich je nach Umfang der Fettansammlungen, Knoten und der Berührungsempfindlichkeit. Folgende Bilder helfen Ihnen, ein Lipödem an den Armen zu erkennen:

Stadium 1: Kleine Verdickungen und feinknotiges Gewebe

Lipödem Veränderung an den Armen Stadium 1

Stadium 2: Spürbare und deutlich sichtbare Knoten auf der Haut

Lipödem Veränderung an den Armen Stadium 2

Stadium 3: Harte, berührungsempfindliche Fettlappen

Lipödem Veränderung an den Armen Stadium 3

Stadium 4: Lymphödem mit starken Wassereinlagerungen unter der Haut

Lipödem Veränderung an den Armen Stadium 4

Was ist die Ursache für ein Lipödem an Ober- und Unterarmen?

Die genauen Ursachen stehen nicht fest. Forscher vermuten, dass das Hormonsystem oder Veranlagung eine Rolle spielt.

In welchem Alter tritt das Lipödem auf?

Bei vielen Frauen stellt sich das Lipödem kurz nach der Pubertät oder nach der Schwangerschaft ein. Frauen, die zuvor schlank waren oder kaum Übergewicht hatten, werden von der Gewichtszunahme häufig überrascht. Im weiteren Verlauf schreitet die Erkrankung fort und verschlimmert sich, sofern sie unbehandelt bleibt.  

Welche Behandlungen erleichtern mir das Leben mit dem Lipödem an den Armen?

Die Ursache des Lipödems lässt sich leider nicht beseitigen. Aber es gibt viele Mittel und Wege, die Symptome zu lindern und den Alltag spürbar zu erleichtern.

„Kompressionsstrümpfe“ für die Arme und Lymphdrainage gegen Lipödem-Beschwerden

Frauen, die über Schmerzen und Schwellungen klagen, erhalten eine Flachstrickversorgung. Sie bedeckt Unter- und Oberarme der Lipödem-Patientin, die Hände bleiben meistens frei. Durch die Kompression nehmen die Schmerzen in den Armen ab, auch die anderen Beschwerden werden positiv beeinflusst

Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Lymphdrainage sinnvoll sein. Durch sanfte Bewegungen entstaut der Physiotherapeut die Arme und sorgt so für Linderung. Eine Kompressionsbehandlung mit Geräten kann ebenfalls hilfreich sein, um das Fortschreiten des Lipödems aufzuhalten oder hinauszuzögern.

Sport & gesunde Ernährung

Regelmäßige Bewegung und eine kalorienarme Ernährung sind für Lipödem-Patientinnen besonders wichtig. Denn so vermeiden sie, zusätzlich zum Lipödem eine Adipositas zu entwickeln. Übergewicht, das durch einen ungesunden Lebensstil entsteht, kann das Lipödem zusätzlich verschlimmern. Andersherum tragen Sport und eine gesunde Ernährung dazu bei, das Gewicht stabil zu halten. Besonders geeignet sich Gymnastik, Jogging, Radfahren oder Wassersport.

Fettabsaugung

Die Liposuktion ist die einzige dauerhafte Behandlungsmöglichkeit des Lipödems. Nur durch eine Operation lassen sich die überschüssigen Fettzellen entfernen. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn konservative Behandlungen der Arme erfolglos blieben oder die Lipödem-Patientin zum Beispiel bei starker Hitze unter der Kompressionskleidung leidet. Die meisten Lipödem-Patientinnen haben nach der OP nur noch geringe Schwellungen und Druckschmerzen. Deshalb kann die Fettabsaugung bereits im Anfangsstadium sinnvoll sein. Rund 22 Prozent der Patientinnen brauchen danach keine Therapie mehr. Rund 30 Prozent können die manuelle Lymphdrainage reduzieren.

Sie bekommen von der Operation nichts mit, da Sie in Vollnarkose versetzt werden. Bei größeren Liposuktionen bleiben Sie am besten ein Tag im Krankenhaus. Weniger ansgeprägte Fälle können auch ambulant operiert werden. Nach rund einer Woche können Sie wieder arbeiten gehen. Mehr Informationen über die OP finden Sie hier.

Lange war die Liposuktion keine Kassenleistung. Von Ende 2019 bis Anfang 2024 läuft allerdings ein Pilotprojekt, von dem zumindest einige Lipödem-Patientinnen profitieren. Ab Stadium 3 ist eine Kostenübernahme möglich, wenn die konservative Lipödem-Therapie an den Armen sechs Monate lang erfolglos blieb. Wenn Sie keine Chance auf eine Kostenübernahme haben, erstellen wir gerne einen individuellen Heil- und Kostenplan für Sie.

Jetzt Termin bei unserem Facharzt vereinbaren!

Sie möchten sich unverbindlich beraten lassen? Gerne können Sie Kontakt mit uns aufnehmen, wenn Sie unter einer Fettverteilungsstörung an den Armen leiden. Sie erreichen uns unter 089/999 499 99 oder unter info@lipoedem-zentrum-muenchen.de. Unser Facharzt Prof. Dr. Kovacs ist seit 25 Jahren als Plastisch-Ästhetischer Chirurg tätig und behandelt regelmäßig Lipödem-Patientinnen. Gemeinsam finden wir die richtige Versorgung für Sie. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!